Kinesiologie

Kinesiologie geht von der Annahme aus, dass der menschliche Organismus selbst am besten „weiß“, was ihm guttut, ihm hilft oder ihn stört.
Mit Muskeltests soll das Nervensystem des Patienten abgefragt werden. Dadurch können aus meiner Sicht Blockaden und Ungleichgewichte auf den verschiedenen Ebenen erkannt und mit geeigneten Methoden behandelt werden.

Geschichte

Der amerikanische Chiropraktiker Dr. George J. Goodheart (1918 - 2008) entwickelte 1964 die angewandte Kinesiologie. Er bildete eine Verknüpfung zwischen Chiropraktik, Ernährungswissenschaften, Bewegungslehre und der chinesischen Akupressur.

Aus der chinesischen Medizin ist seit mehr als 2500 Jahren bekannt, dass die Energiebahnen im Körper (Meridiane) einen Bezug zu bestimmten Organen haben. Goodheart beobachtete, dass Organe und Meridiane mit ganz bestimmten Muskeln in Beziehung stehen sollen. Die Muskeltests der kinesiologischen Therapie zeigen, wie wir glauben, vorhandene Ungleichgewichte. Mit geeigneten Methoden können diese nach den Vorstellungen der Kinesiologie aus unserer Sicht ausgeglichen werden.

Goodheart´s Schüler Dr. John F. Thie (1933 - 2005) entwickelte die Ideen weiter und begann 1970 mit Unterstützung seines ehemaligen Lehrers diese Therapieform unter dem Namen „Touch for Health“ zu unterrichten.

Postulierte Wirkweise der Kinesiologie

Ziel der Behandlung ist es, blockierte Muskel-Energiekreisläufe aufzudecken und zu behandeln. Die Selbstregulationskräfte des Körpers sollen aktiviert und der Energiefluss harmonisiert werden.

Die Kinesiologie (griech. kinesis ´Bewegung´, griech. logos ´Lehre´) geht davon aus, dass ein Muskel auf Stress mit Schwäche reagiert, die nicht willentlich beeinflussbar ist. Daher wird der Patient mit der entsprechenden Substanz, Emotion oder Information konfrontiert und gleichzeitig ausgetestet. Hat er/sie kein Problem mit dieser Substanz, bleibt der Muskel stark. Ist der Indikator jedoch belastend für den/die Patient*in, wird der Muskel schwach testen und nachgeben. Anschließend erfolgt eine individuelle Behandlung.

Das ist aber für die evidenzbasierte Medizin nicht akzeptabel.

Durch die Muskeltests sei es möglich, den Körper auf einfache Art direkt zu befragen, ohne dass die Informationen durch den Verstand und durch Interpretation gefiltert werden. Der Körper könne unmittelbar mitteilen, was nötig sei, um ein bestimmtes Problem zu lösen oder ein gesetztes Ziel zu erreichen. Dies habe den Vorteil, dass nur die vom Körper akzeptierten Maßnahmen erfolgen.

Die Kinesiologie ist eine alternativmedizinische Methode, die von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, nicht anerkannt wird. Wissenschaftlich valide Studien zur Wirkung und Wirksamkeit sind nicht vorgelegt worden. Also leiten sich die Erkenntnisse von den Beobachtungen einzelner Therapeuten ab.